Ich mache gerade ein Research für einen Artikel und bin mal wieder auf folgendes Statement gestoßen. “Die schönste Nebensache der Welt”. Bei der Nebensache geht es nicht um irgendetwas unbedeutendes, sondern um eine Leidenschaft wie Fußball, Musik, Sex…. Für mich ist Nebensache etwas, was ich nebenbei mache, was nicht so bedeutend ist. Ich gehe da nicht voll rein sondern hebe mir Kraft auf für die Hauptsache. In dem Zusammenhang in dem ich das Zitat gelesen habe, ist natürlich die Hauptsache Jesus.
Aber sind wir doch ehrlich, das ist eine christliche Floskel um seine Leidenschaft zu legitimieren. Aber müssen wir das überhaupt? Das klingt doch gut, wenn die Hauptsache Jesus ist und meine Leidenschaft Nebensache ist. Ich glaube aber, dass wir durch diese Unterscheidung einiges verpassen, was Jesus uns geben möchte. Ich glaube, dass Gott uns die Leidenschaften geschenkt hat und er uns auch dadurch begegnen möchte. Ja, wo bleibt dann die Absicherung, dass ich auf dem richtigen Weg bin? Dass meine Leidenschaft keine schrägen Züge annimmt? Ich denke genau dafür ist es genial, wenn man mit Leuten gemeinsam Jesus nachfolgt. Menschen, die einem ins Leben mal reinsprechen können, wenn ich nicht verantwortungsvoll mit einer Leidenschaft umgehe.
Während ich diese Zeilen schreibe, erinnere ich mich an eine junge Frau, die extrem künstlerisch begabt ist. Sie kann extrem gut schauspielern. Aber sie übt ihre Leidenschaft nicht aus, weil sie ja was für Jesus machen möchte. Jesus soll die Hauptsache bleiben. Mir tut das richtig weh, weil ich glaube, dass Jesus ihr diese Leidenschaft und Gabe geschenkt hat und ihr dadurch echt ein Stück von den entgeht, was Jesus ihr schenken möchte.
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